Basketballschule

ROTH – Das ist in dieser Form einmalig in Deutschland! Die Stadt Roth darf sich alsbald mit einer Bildungseinrichtung schmücken, wo Dribbeln, Passen und Korbleger regelmäßig auf der Stundentafel stehen. Die Spielvereinigung Roth macht´s möglich: Das Rother Gymnasium wird Basketballschule.

Wie es dazu kam? „Da haben zwei Institutionen – die Spielvereinigung und das Rother Gymnasium – festgestellt, dass sie ihre Ideen gemeinsam einfach besser umsetzen können“, erklärt Angela Jung, Leiterin der Fachschaft Sport am Gymnasium.

Das Schulprofil über den Sport zu stärken, sei erklärtes Ziel der Bildungseinrichtung; Basketball als Breitensport zu etablieren, wäre die Intention der Spielvereinigung. Beides unter einen Hut zu bringen – diese Möglichkeit zeichnete sich erstmals am Rande eines gemeinsamen Basketballturniers ab…

Kurz darauf befasste sich Sportlehrerin Jung bereits mit der Ausarbeitung des entsprechenden Konzepts. Die Kriterien eines dynamischeren Leitbildes der Schule sollten dabei sein: Umsetzbarkeit im Sportunterricht, Eignung der vorhandenen schulischen Ressourcen und ein leistungsfähiger Sportverein als Partner.

Die Basketballabteilung der SpVgg Roth musste davon nicht erst überzeugt werden. Die nämlich hatte sich in der Vergangenheit schon mit ihrem mehrfach ausgezeichneten Schulprogramm hervorgetan.  Ein Programm, an dem während der Jahre 2011 und 2012 insgesamt über 1000 Kinder aus zehn Grundschulen sowie der Rother Realschule teilgenommen hatten, um sich die Reize des „Breitensports Basketball“ zu erdribbeln.
Damit wolle man dem demographischen Wandel entgegenwirken, heißt´s. Oder um es mit den Worten von Andreas Dobler, dem frischgebackenen Basketball-Abteilungsleiter der SpVgg zu sagen: „Die enge Kooperation mit den Schulen ist mir nicht nur Herzensangelegenheit, sondern für viele Vereine schiere Notwendigkeit“.
Denn: Aufgrund geburtenschwacher Jahrgänge und die zunehmende Verbreitung von Ganztagsschulangeboten würden immer weniger Kinder sportliche Gruppierungen besuchen.

Es hätte sich somit eine klassische win-win-Situation ergeben: Da die SpVgg Roth „ohnehin vorgehabt hatte“ das Schulprogramm auf weiterführende Schulen auszudehnen, war der Kontrakt mit dem nach Dynamik strebenden Rother Gymnasium alsbald gemacht, eine gemeinsame Marschroute schnell festgelegt.

Inzwischen gilt´s: Das Rother Gymnasium ist ab dem kommendem Schuljahr offizieller Basketballstützpunkt und „Partnerschule des Breitensports“.  Im Klartext: Künftig sollen die Fünftklässler in zwei von vier Sportstunden, die Sechstklässler in einer von drei wöchentlichen Unterrichtseinheiten die Grundlagen des Spiels erlernen. Ferner würden in allen Altersklassen Basketball-Schulmannschaften für „Jugend trainiert für Olympia“ gebildet, erläutert Andreas Dobler.

Diese Teams nähmen dann zusätzlich am Spielbetrieb der SpVgg Roth teil, um Spielpraxis zu erlangen. Die Betreuung erfolge kooperativ durch Sportlehrer und Vereinscoaches.

Ein weiterer Vorteil, den Dobler sieht: „Die SpVgg ist in der Basketball-Szene gut vernetzt und bringt ihr Netzwerk in die Zusammenarbeit ein“. So hätten der Deutsche Basketballbund (DBB), der Bayerische Basketballverband (BBV) und der amtierende Deutsche Meister, die Brose Baskets Bamberg, ihre volle Unterstützung zugesagt. Finanziell stünden dem Schulprogramm bereits mehrere Unternehmen aus der Region als Sponsoren zur Seite; weitere Unterstützer würden gesucht. „Mit dieser Kooperation hat das Basketball-Schulprogramm der SpVgg Roth seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht“, freut sich Dobler.

Und auch Landrat Herbert Eckstein, der als Schirmherr des Pilotprojekts gewonnen werden konnte, zeigt sich angetan: „Das gelungene Miteinander von Verein und Schule belegt, dass die Sportstadt Roth neben dem Triathlon noch viele interessante Sportangebote zu bieten hat“. Deshalb werde der Landkreis als Sachaufwandsträger des Gymnasiums das Projekt nach Kräften unterstützen.

Begeisterung macht sich aber keineswegs nur bei den unmittelbar Beteiligten breit: „Dass für das Rother Basketball-Schulprogramm jetzt sogar eine ´Partnerschule des Breitensports` gefunden werden konnte, stößt bundesweite auf Beachtung“, lobt da etwa Sebstian Böhnlein in seiner Funktion als BBV-Schulsportreferent.

Offenbar keine leeren Worte. Wohl nicht umsonst durfte die SpVgg Roth ihr Schulprogramm als „best practice“-Lösung einer Kooperation von Schule und Verein am 5. Mai 2013 auf dem Bundes-Schulsportsymposium des DBB in Frankfurt/Main vorstellen.

Zuversichtlich blickt Winfried Wolf, der Schulleiter des Rother Gymnasiums, übrigens auch aus einem anderen Grund gen Zukunft: „Natürlich passt Basketball gut zu einem progressiven Schulprofil. Denn Tugenden wie Leistungsbereitschaft, Fairness, Teamgeist und Respekt werden im Umgang mit den orangen Bällen ebenfalls vermittelt. Und diese Tugenden gilt es zu pflegen – nicht nur im Sport…“

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