Interview mit Henning Harnisch von Alba Berlin zum BBV-Stützpunkt Roth

henning

Wir haben Ende letzten Jahres anlässlich der Eröffnung des Basketballstützpunkts Roth getroffen. Dein Heimat Verein Alba Berlin engagiert sich in Berlin und Brandenburg ebenfalls sehr stark im Schulbereich. Ist das für einen Profiverein lediglich eine aufwändige Form der Imagepflege oder verfolgt ihr noch andere Ziele damit ?

H.H: Ja wir engagieren uns seit Jahren nachhaltig im Schulbereich. In diese Richtung entwickelt sich gerade die gesamte Basketball-Bundesliga. Es gibt natürlich Vorreiter, dazu gehören Bamberg Oldenburg und Alba Berlin. Die Profivereine übernehmen in ihren Regionen mehr und mehr nicht mehr nur die Förderung der Top-Talente im Leistungssport, sondern auch die klassische Basisarbeit im Breitensport und vor allem im schulischen Bereich. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass diese Basisarbeit sonst in der Fläche oft nicht gegeben wäre. Ich bin überzeugt, dass die Profi-Clubs hier eine wichtige Rolle als Motor und Strukturförderer spielen können, insbesondere in der Zusammenarbeit mit den Schulen und kleineren Vereinen. Um die Frage konkreter zu beantworten: Es ist letztendlich beides, sowohl Imagepflege, als auch inhaltliche Arbeit, die dringend notwendig ist.

Zuerst kommt immer die inhaltliche Arbeit und wenn man diese gut ausgestaltet führt das unweigerlich auch zu einem Imagegewinn.

Zur Ausgestaltung der Basisarbeit gibt es zwei grundsätzlich unterschiedliche Ansätze. Beim Doing schickt der Profiverein eigene Trainer in die Fläche, während er sich beim Enabling Vereine in der Region als Kooperationspartner sucht, die mit eigener Dynamik und Unterstützung des Profi-Clubs an die Schulen gehen.

H.H.: Wie immer bei Extremen liegt die Lösung oft in einer konstruktiven Mischung der Ansätze. Wenn man die richtigen Partner findet und auf Augenhöhen miteinander umgeht und alle spüren, dass man miteinander viel, viel mehr herstellen kann, dann können meiner Erfahrung nach tolle Sachen losgehen. Das ist auf keinen Fall ein Automatismus. Die Partner von beiden Seiten, die darauf Lust haben, finden sich durch Ihr Engagement und stellen Praxisbeispiele her und es geht mehr und mehr darum diese Best Practice Lösungen herauszustellen. So wie die Kooperation der Brose Baskets Bamberg mit der SpVgg Roth oder von Alba Berlin mit drei kleineren Vereinen im Ostteil der Stadt. Das sind in unserem Fall die Karower Dachse, die Marzahn Dragons und die Berliner Baskets, mit denen wir gemeinsam größere Projekte im Strukturbereich bearbeiten. Es geht darum, dass dieses Engagement in der Strukturarbeit besser sichtbar wird, damit mehr Leute verstehen, dass es letztlich alternativlos ist. Alternativlos auch vor Hintergrund, was ja selten ein öffentliches Thema ist, dass nicht nur Basketball, sondern der gesamte deutsche Sport was Basisarbeit angeht, schon so seine Krisenmomente hat und man da aktiv ran muss.

Aus Sicht eines kleineren Vereins kann ich bestätigen, dass die Marke eines erfolgreichen Profi-Clubs im Hintergrund schon viele Türen öffnet und Unterstützung in der Region ermöglicht.

H.H.: Das ist richtig. Die Kunst dabei ist, dass der kleinere Vereine zwar die Strahlkraft und Professionalität des Profi-Clubs nutzt, aber alle dafür sorgen, dass dabei der kleinere Vereine in der Wahrnehmung nicht verschwindet. Das gilt eigentlich für alle Standorte und das müssen sich alle Beteiligten immer wieder klar machen. Der Profi-Club ist dabei, aber es geht vor allen Dingen um den Akteur vor Ort.

Du hast Dir vor Kurzem einen persönlichen Eindruck über den neuen Basketball-Stützpunkt in Roth bilden können. Konntest Du da neue Ideen oder Impulse mitnehmen oder geben ?

H.H.: Grundsätzlich, wenn ich vor Ort bin und neue Eindrücke aufnehme, dann geht bei mit ein Denken los und das ist jetzt verbucht. Das hört sich technisch an, aber Roth ist jetzt gespeichert als ein Ort, wo tolle Dinge passieren. Eigentlich bräuchte man eine Landkarte, auf der Orte wie Roth, an denen gute Konzepte umgesetzt werden, aufblinken, damit das möglichst viele Leute mitkriegen. Man kann sich solche Dinge natürlich ausdenken, aber braucht auf jeden Fall vor Ort engagierte Leute, die gut vernetzt sind und die Konzept nachhaltig umsetzen. Ich finde die Idee die ganze Basisarbeit an einem Ort zu bündeln gut, weil es eine inhaltliche Logik hat, die Schüler im Grundschulbereich mit Basketball mit speziellen Angeboten mit Lehrern und Trainern abzuholen und sie auf Ihrer weiteren schulischen Laufbahn mit abgestimmten Basketballangeboten zu begleiten. Es eigentlich total simpel aber überhaupt nicht selbstverständlich den Zustand herzustellen, dass alle Lehrer Eltern und Schüler wissen was an der Stützpunktschule und den Kooperationsschulen passiert. Dass Ihr diesen Schritt gemacht habt finde ich super und dass Basketball nicht nur eine kleine Rolle an der Schule spielt sondern voll in den Schulsportunterricht integriert ist hat vor allem strukturell einen enormen Wert.

Alle Schüler erhalten in der 5. und 6. Klasse 120 Unterrichtseinheiten Basketball im Rahmen des regulären Schulsportunterrichts und die SpVgg Roth stellt mit Unterstützung der brose Baskets Bamberg einen Stützpunkt-Trainer für die Schule. Deshalb finde ich es auch toll, dass das Gymnasium Roth nicht nur der erste Basketball-Stützpunkt Breitensport des Bayerischen Basketballverbandes, sondern auch als kinder plus Sport Basketball Academy Stützpunkt-Schule symbolische Anerkennung bekommt und eine Kinder plus Sport Basketball Toolbox übergeben bekommen hat. Es geht nicht nur darum engagierte Personen vor Ort zu fördern, sonder auch strukturelle Hilfestellungen zu leisten. Die Toolbox werdet ihr sicher so einsetzen, dass die Lehrer und Coaches das alle gerne in Unterricht und Training einbauen und uns auch wertvolles Feedback geben, wie dieses Angebot noch weiter verbessert werden kann.

Der Buß- und Bettag ist in Bayern unterrichtsfrei, aber die Lehrer müssen arbeiten und nutzen diesen Tag als pädagogischen Tag. Unser Stützpunkttrainer hat in einer mehrstündigen Weiterbildung die 15 Sportlehrer der Stützpunktschule detailliert in den Umgang und die Möglichkeiten der Toolbox eingewiesen und sehr positive Resonanz bekommen.
Du bist kinder plus Sport Basketball Academy Botschafter. Kannst Du bitte Konzept und Ziele kurz erläutern.

H.H.: Ich mache das nicht nur so nebenbei, sondern bin sehr gerne kinder plus Sport Botschafter. Ich sehe dieses Projekt als eine Chance, dass wir auf allen Eben Basketball möglicher machen, in dem Sinne, dass  mehr Kindern Basketball ausprobieren können und spielen wollen. Aber auch die bessere Vernetzung der Akteure wollen wir damit voranbringen. Die Idee ist, dass man einen Testparcours hat, der die Basketball-Grundfertigkeiten Dribbeln, Werfen, Passen und Koordination abdeckt und dass man einen Test macht, bei dem man die Kinder auffordert: “zeigt mal, was ihr drauf habt“. Das ganze macht neugierig auf Basketball und ist verbunden mit einem Anreizsystem, dass derjenige, der entsprechende Skills vorweisen kann,in Form der verschiedenfarbigen Level-Trikots auch etwas dafür bekommt. Das ist ein uraltes Prinzip, das wir für unsere Sportart angepasst haben. Ich glaube es ist hochattraktiv und die Kinder verstehen viel besser, warum es Sinn macht auch ohne Lehrer und Trainer zu üben. Wenn man von der DVD weiß, was man für das zweite oder dritte Level können muss, dann gibt es kein vertun, dann muss man das einfach im Vorfeld üben, damit man die Levelprüfung auch schafft. Wir glauben, dass damit viel mehr Kinder in Kontakt mit Basketball kommen und dann mit so einer selbstständigen Übungsidee im wahrsten Sinne des Wortes am Ball bleiben. Darüber hinaus hilft es allen Mittlern, also den Lehrern und Trainern, Basketball zu den Kindern zu bringen, wofür es immer ein attraktives Thema braucht, das nicht nur nebenher läuft. Im Prinzip kann man durch die Vorbereitung auf die Levelprüfungen die technischen Fertigkeiten für Basketball lernen. Die einzelnen Schritte können von der Grundschule bis zu 10. Klasse so aufgebaut werden, dass man sie immer wieder in Relation bringt zu den einzelnen Levels. Was dann natürlich noch dazu kommen muss ist die soziale und taktische Ausbildung von Teamplayern für den Mannschaftssport Basketball, idealerweise im Verein. Es sind noch zwei Sachen, die einen enormen Wert haben: Spielen lernen hat viel mit Nachmachen zu tun, ist also etwas Visuelles und hierfür ist die DVD auf der Profis als Vorbilder die Übungen vormachen etwas sehr Sinniges. Darüber hinaus können die Profis auch in dieses Konzept eingebaut werden. Darüber erhalten die Profi-Clubs eine organische Verbindung zu Basketball spielenden Kindern und das ist etwas sehr wertvolles, das auch der Bundesliga einen Riesen-Push gibt.

Wir haben die schöne Situation, dass der Bamberger Nationalspieler Carsten Tadda gleichzeitig kinder plus Sport Levelpate und sportlicher Pate an unserem Basketballstützpunkt ist.

H.H.: Carsten engagiert sich für dieses Projekt bereits seit zwei Jahren und jeder Profispieler war selbst mal ein spielendes Kind. Die Idee versteht jeder Basketballer und es ist für ihn nicht lediglich ein Pflichtauftritt als Profispieler, sondern er hat eine klare Rolle und spielt mit Kindern. Er hat nicht nur vioel spass, sondern wird auch seiner Rolle als Vorbild gerecht und kann den Kindern wertvolle Tipps geben.

Du hast dem Gymnasium Roth hat als erster Schule in Deutschland eine kinder plus Sport Basketball Toolbox überreicht. Was ist das und was hat es damit auf sich?

H.H.: Es ist kein Zufall, dass die Toolbox an den Stützpunkt Roth geht, sondern es soll auch eine Auszeichnung für das langjährige Engagement der SpVgg Roth im Schulbereich sein. Dadurch gibt es eine Sinnhaftigkeit, warum die Toolbox ausgerechnet nach Roth geht. Um diese Schatzkiste kann man sich nicht bewerben und man kann sie wie die Level-Trikots auch nicht kaufen – man muss sie sich verdienen. Sie soll die Arbeit des Basketballstützpunkts Roth aufwerten und bereichern und für Lehrer und Coaches die Übersetzung des Testparcours in Schulunterricht und Training ermöglichen.

Mit den Materialien der Tollbox können sie den Testparcours ganz oder teilweise simulieren und die Kinder gezielt auf den nächsten Level vorbereiten. Alles mündet darin, dass zweimal pro Jahr der große Test-Parvcours nach Roth kommt und der Test durch externe Prüfer noch einmal eine ganz andere Legitimität kriegt. Mit über 300 Teilnehmern war der erste Test-Parcours eine sehr gelungene Veranstaltung. Wir sind überzeugt, dass der Inhalt der Toolbox den Geräteraum der Schule für Basketball massiv aufwertet und die Sportlehrer zusätzlich motiviert, Basketball im Schulsport zu üben und zu spielen. Inhalt und Design der Tollbox sind per se sehr attraktiv und sollen helfen, die Hemmschwelle mancher Sportlehrer zu senken. So wollen wir die Sportlehrer, als unsere natürlichen Partner unterstützen, damit sie sich in unserem Sport wohlfühlen und wissen, dass ihr Engagement wertgeschätzt wird. Die große Nachfrage nach den kinder plus Sport Basketball Toolboxen zeigt, dass sie bei der Lehrerschaft sehr gut ankommen, nicht nur als symbolische Anerkennung sondern auch als handfeste Unterstützung für attraktive Unterrichtsstunden und Trainingseinheiten.

Es ist auf unserer Seite in Schule und Verein sehr gut angekommen und wir haben das als Auszeichnung und Anerkennung unseres langjährigen Engagements empfunden, gerade weil man sich das verdienen muss und nicht einfach per Bestellformular abrufen kann.

H.H.: Das ist genau das, was die BBL sehr gut machen kann. Ausgezeichnete Standorte unterstützen und in eine permanenten Dialog treten. Damit wollen wir neue, gute Praxisbeispiele stark machen und sichtbarer werden lassen. Dazu gehört Roth, das können aber idealerweise noch zig andere Vereine sein, die sich entsprechend engagieren.

Der Basketball-Stützpunkt Roth ist komplett ehrenamtlich organisiert und am anderen der Skala findet man die primär auf hauptamtlichen basierenden Programme der Profi-Clubs. Wo siehst Du die größten Unterschiede zwischen diesen beiden Ansätzen?

H.H.: Eine funktionierende Ehrenamtskultur hat von jeher einen riesengroßen Wert und generell im Deutschen Sport ein lange Tradition. Man muss darum kämpfen dass das weiterhin läuft und klappt. Es ist aber letztlich immer ein positiver Zufall, wo es funktioniert. Ich bin überzeugt, dass es für die Zukunft sehr wichtig ist, dass das Ehrenamt in ein sinnvolles Verhältnis gebracht wird zu professionellem Arbeiten. Kooperationen mit Profi-Clubs können dabei helfen auch in kleineren Vereinen hauptamtliche Ressourcen zu schaffen, wie es der SpVgg bei der Bereitstellung des Stützpunkttrainers mit Unterstützung der Brose Baskets gelungen ist. Ich bin überzeug, dass da eine große Perspektive drinsteckt, weil Vereine mit funktionierendem Kinder- und Jugendsport neben der sportlichen inhaltlichen Arbeit immer auch soziale Arbeit leisten. Kinder und Familien und damit letztlich auch die Gesellschaft profitieren hiervon enorm. Deshalb soll die Traditionslinie des Ehrenamts unbedingt weiterentwickelt werden.  Idealerweise ergibt sich die ergänzende Professionalisierung aus einer Zwangsläufigkeit heraus, die von erfolgreichen Projekten getrieben wird. Die Kunst ist, diese Entwicklung mit Augenmaß und der gebotenen Sensibilität voranzutreiben. Entwicklungsziel vor dem Hintergrund der zunehmende Verbreitung der Ganztagsschulen muss sein, Trainer als festen Bestandteil der Ganztagsschulen mit einzubauen. Nicht eine Stunde, sondern viel, viel mehr Stunden. Unsere Erfahrung ist, dass die Schulen und Lehrer profitieren und letztlich vorneweg die Kinder. Denn die Idee ist ja, dass Trainer die Lehrer unterstützen und für die Kinder die Brücke zur Heranführung an den Verein darstellen. Ich glaube, dass hierfür jeder wache Verein sehr, sehr offen ist, denn diese Problematik ist nicht basketballspezifisch sondern stellt sich als Herausforderung allen Vereinen und Sportarten. Für die Zukunft muss die Vermischung zwischen Schule und Verein noch viel radikaler laufen und das Rother Modell liefert hierfür hervorragende Ansätze. Das heißt aber auch, dass wir als Vereine uns überlegen müssen, wie wir die Lehrer in Ihrem Arbeitsfeld Schule abholen und motivieren, damit sie uns auch außerhalb des regulären Sportunterrichts unterstützen. Bei diesem Prozess helfen Praxisbeispiele, an denen sich andere Vereine orientieren können.

Wie haben gelernt, dass man das System Schule genau verstehen muss, um dann auch Konzepte zu entwickeln, die beiden Seiten gerecht werden. Es ist z.B. so gut wie ausgeschlossen, für Stützpunktkooperationen zusätzliche Lehrerstunden zu erhalten. Also muss man versuchen, das im regulären Sportunterricht vom Konzept her unterzubringen.

H.H.: Man muss dabei ganz klar sehen und leben, dass Trainer keine Lehrer Light sind. Trainer unterstützen immer nur im System Schule die Lehrer haben den Hut auf. Die Erfahrung ist aber auch, dass wenn diese Konstellation nicht in Frage gestellt sondern mit sinnvollen Angeboten unterstützt wird, sich Lehrer in dieser Konstellation sehr wohl fühlen und sie als echte Bereicherung empfinden können. Deshalb kann es keine Blaupause für Schulkooperationen geben, denn die Situation in Roth ist definitiv anders als in Bamberg oder Berlin. Jeder Ort hat seine eigene Struktur und seinen eigenen Kontext und es gilt das Schulprogramm sensibel auf lokale Gegebenheiten und Empfindlichkeiten in Schule und Verein fein zu justieren. Insofern haben Bildungspartnerschaften, die neue Wege der Kooperation zwischen Verein und Schule aufzeigen und leben immer auch eine „stadtplanerische“ Komponente.

Es ist für die SpVgg Roth als rein ehrenamtlicher Verein von der Ressourcenverfügbarkeit her problematisch, dass das Engagement an Schulen schwerpunktmäßig am frühen Nachmittag im Anschluss an den Unterricht stattfindet. Zu dieser Zeit sind fast alle Coaches in der Arbeit. An dieser Stelle führt wohl mittelfristig kein Weg an der Hauptamtlichkeit der Trainer vorbei. Dass wir in diesem Schuljahr erstmalig einen Stützpunkttrainer haben, ist für uns ein Quantensprung in diese Richtung. Wir setzen ihn an 15 schulen mit zusammen ca. 3.500 Schülern ein.

H.H.: Diese Entwicklung geht in die richtige Richtung und ist eigentlich alternativlos, wenn man den Gedanken, dass Ganztagsschule eine radikal neue Vernetzung von Schule und Verein bedeutet, konsequent zu Ende denkt.

Du hast Dir vor kurzem persönlich ein Bild vom Basketballstützpunkt Roth machen können. Was sind Deine Wünsche und Anregungen ?

H.H.: Besonders wichtig ist jetzt eine Verstetigung und Stabilisierung für die Dauerhaftigkeit dieses Projekts, aber diese ist auf Grund der Struktur eigentlich in das Projekt eingeschrieben. Ich habe den Eindruck, dass wirklich niemand, der im Moment mitmacht in absehbarer Zeit ans Aufhören denkt. Aber daran müssen wir alle gemeinsam arbeiten. Meine Wünsche sind, dass Ihr das weiterhin mit soviel klugem Tatendrang entwickelt und ausbaut und dass wir den gegenseitigen Dialog schärfen, damit mehr Leute in der Basketball-Community, sei es bei der Bundesliga, in Bamberg, im Verband und bei anderen Vereinen, die guten Projekte auch wahrnehmen. Der Deutsche Sport hat, was das Grundsätzliche angeht, eine Krise. Projekte wie der Basketballstützpunkt in Roth weisen Wege aus dieser Krise.

Man muss als Verein auf jeden Fall darauf achten, dass man sich durch das Engagement an den Schule nicht komplett substituiert, d.h. dass wir die Kinder in einem Umfang an der Schule mit Basketball bespaßen, dass sie überhaupt keine Motivation mehr für einen Vereinseintritt haben.

H.H.: Richtig. Die klassische ehrenamtliche Vereinsarbeit stirbt ja nicht aus. Wenn die Kinder nicht mehr zum Verein kommen, dann muss der Verein die Kinder eben in der Schule abholen. Basketball hat als fairer Teamsport seit jeher eine Verankerung und ein positives Image an den Schulen. 170 Tage im Jahr sind keine Schule und dadurch haben wir als Vereine immer eine Legitimation im außerschulischen Bereich und dort können wir die Kinder über Wettkämpfe, Ligaspielbetrieb und engagierte Trainer motivieren und binden. Aber das wird in der Fläche mittelfristig nur mit einer funktionierenden Vernetzung von Verein und Schulen möglich sein. Genau deshalb sind neue Ansätze wie der Basketballstützpunkt Roth an dieser Schnittstelle von großer Bedeutung.

Herzlichen Dank für dieses Gespräch

Das Interview führte Andreas Dobler, der Abteilungsleiter Basketball der SpVgg Roth.

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